Hinkelstein Weg – Nordroute

der erste wirklich richtig warme und sonnige Sonntag im April haben wir für eine lange Tour direkt genutzt. Wie wir uns vorgenommen haben, erkunden wir den Pfälzer Wald und fangen hier an:

Hinkelsteinweg 🙂

Hinkelsteinweg-Nordroute in Outdooractive

Wir starten in Winnweiler am Ortsausgang unsere Tour in der Nähe der Igelborner Hütte am Wanderparkplatz. Die Igelborner Hütte wird vom Pfälzerwald Verein betrieben und ist schon am morgen besucht. Wir nehmen uns vor am Ende unserer Tour den Käsekuchen zu probieren, den ein verlockendes Schild anpreist. Aber erst geht’s in den Wald 🙂

Wir laufen durch einen schönen Mischwald der die Sonne durchlässt, da die Bäume jetzt, Anfang April, noch wenig Laub haben.

Nachdem wir aus Höringen herauskommen, finden wir eine sehr schöne Wanderbank mit Tisch auf einer kleinen Anhöhe. Hier lassen wir uns erst einmal nieder und machen eine schöne lange Pause. Wir haben zwar ´eigentlich´ noch nicht so viel von unserem Weg für heute geschafft, aber die Sonne ist so schön und wir sitzen hier prima.

Auf dem Weg kommen Jogger, Spaziergänger, eine Kutsche und nach einer Weile auch noch Reiter vorbei… es scheint eine beliebte Gegend zu sein, kein Wunder, bei der schönen Aussicht auf Höringen…

Nachdem unsere Brotzeit aufgefuttert ist, verlassen wir unseren schönen Platz und marschieren ordentlich mit Tempo weiter, wir haben was aufzuholen 😉

Zwischendurch hatte ich die Befürchtung, dass wir den Hinkelstein verpasst haben. Denn es gibt auch so im Wald eine Menge zu bestaunen. Rehe kreuzen unseren Weg und hüpfen ziemlich gemütlich durchs Unterholz. Smokey staunt über die Wutz, denn Wutzi würde zu gern auch durch Unterholz flitzen… darf sie aber nicht, Rehe verfolgen steht nicht auf unserem Tagesprogramm…

Meine Sorge ist unbegründet, den Hinkelstein kann man nicht verpassen, er ist doch ziemlich groß 😉

Auch hier wäre ein schöner Pausenplatz. Alle Plätze sind übrigens ordentlich hergerichtet und sauber. Die Mülleimer vor Ort sind zwar nicht leer, aber da sie auch nicht überquellen, scheint sich jemand gut darum zu kümmern.

Wir brauchen diesmal allerdings keine Pause und marschieren weiter.

Aus dem Wald heraus bietet sich – wie immer auf diesem Trail – ein herrlicher Blick.

Bei Outdooractive wird die Tour teilweise nicht so gut bewertet. Wenn man sich nur die Wege anschaut, die vermutlich viel von der Forst- und Waldwirtschaft genutzt werden, dann hat man teilweise tatsächlich nicht so schöne Streckenabschnitte dabei.

Die Tour ist eine Wanderung trotzdem auf jeden Fall wert!

Wir haben viele der alten Grenzsteine entdeckt und uns gefragt, welche Geschichte wohl hinter ihnen steht. Der Menhir hat uns beeindruckt, so ein Relikt aus wirklich uralter Zeit…

Außerdem finden sich wunderschöne Aussichtspunkte über die Pfalz. An vielen diesen Plätzen steht eine Bank und ein Tisch und laden zum Päuschen machen ein. Die Plätze sind alle sauber und gepflegt.

Am Anfang und Ende der Tour hat man einen schonen Anlaufpunkt in der Igelborner Hütte. Einen Käsekuchen haben wir nicht mehr bekommen… wir waren zu spät dran. Aber der sehr nette Wirt hat ein Herz für müde Wanderrinnen und ihre Hunde und hat uns – trotz Feierabend! noch schnell mit einem kühlen Bierchen versorgt <3

Klosterroute Teil 2

den pfälzischen Teil der Klosterroute vom Jakobsweg – die letzte Etappe, Otterberg -> Landstuhl steht ja noch aus… Gut schnüren wir endlich mal wieder die Wanderstiefel! Im März, an einem der letzten Tage mit Winterzeit geht’s los.

ich halte diesen Beitrag etwas kürzer und sage es in Larissas Worten…. „man kann sich nicht nur Männer, sondern auch Landschaften schön trinken“ …

Was wir auf dieser Strecke auch getan haben… bzw, ja, wir waren gezwungen dazu 😉

Die Strecke ist eher langweilig, geht fast nur in der Nähe von Straßen entlang und hatte uns wenig von unserem geliebten Pfälzer Wald zu bieten. Bis Landstuhl haben wir es nicht geschafft und sind in Ramstein – Miesenbach ausgestiegen.

Wir haben beschlossen, dem Jakobsweg an dieser Stelle ´Lebwohl mein Lieber´ zu sagen und uns dieses Jahr dem Pfälzer Wald zu widmen.

Schillerhain – Wanderweg Nummer 7

Vor ein paar Jahren war ich oft im Schillerhain und kannte die Wege ziemlich gut. Aber als wir letzten Mittwoch da eine kleine Tour machen wollen, da habe ich doch sehr viele Wege gar nicht mehr richtig erkannt und wir haben uns mit dem Weg und der Streckenlänge doch ein wenig vertan. Grund genug um heute noch einmal dort auf den Trail zu gehen 🙂

Die Wutz und ich sind nicht zu früh los, es war schon nach 11 Uhr , als wir auf dem Wanderparkplatz am Schillerhain starten. Es ist ziemlich trüb, November halt und der Wetterbericht hatte eigentlich auch strömenden Regen vorher gesagt, es ist aber trocken von oben, also geht’s los.

Wie alle Wege startet auch die 7, der längste der Schillerhainwanderwege, auf der „Hauptstraße“ des Waldes. An einem Mittwoch Morgen ist aber nicht so viel los, wir begegnen nur wenig anderen Menschen und biegen bei der ersten sich bietenden Gelegenheit auch vom Hauptweg ab.

Der Weg ist direkt nach der ersten Abzweigung ein wunderschöner, kleiner Pfad der einem das Gefühl gibt einen immer tiefer in den Wald hinein zu führen – naja… so ist es ja auch 😉

img_2757

Es dauert nicht lange, vielleicht sind wir eine viertel Stunde unterwegs, da knallt es… ich bin erst mal ein bisschen unsicher, aber das müssen Schüsse gewesen sein. Am Wanderparkplatz stand aber kein Schild das heute Jagd ist… oder doch und ich habs nicht gesehen…? Ich gehe weiter, denn eigentlich sind wir nur ein paar Minuten vom Friedwald entfernt, kann da Treibjagd sein?

Ich bleibe auf der 7 die mich auf den Wanderparkplatz des Friedwaldes führt. Ich gucke mal auf die andere Straßenseite, ob ich da Schilder wegen einer Jagd finde, es sind aber keine da.

Die Nummer 7 geht hier den sogenannten „Kuhkopfweg“ entlang. Der Weg ist nachdem man aus dem Wald auf den Fiedwaldparkplatz kommt gleich linker Hand. Er führt an vielen Bäumen, die zum Friedwald gehören, vorbei. In der letzten Zeit wurden neue Bänke aufgestellt. Es sind freundliche helle Holzbänke, die zum verweilen einladen und es herrscht eine angenehme ruhige Atmosphäre.

img_2780

Da es immer noch rings um uns herum knallt, ziehe ich der Wutz die Regenjacke an. Ist mir doch etwas joker… mit der gelben Warnweste wird sie hoffentlich von keinem Jäger mit einem Wildtier verwechselt…

img_2802

Ich habe eine Weile später übrigens einen anderen Spaziergänger getroffen, der mir bestätigte, dass Jäger unterwegs auf Treibjagd sind. Er hatte Schilder gesehen und mich gewarnt, ich solle die Richtung Gerbach meiden, dort ständen auch Schilder. Im Nachgang zu meiner Tour habe ich beim Friedwald nachgefragt, ob die Treibjagd auch durch den Friedwald gehen darf. Ich erhielt die Antwort, dass der Friedwald als Friedhof ausgewiesen ist und für die Nutzung dieses Waldbereiches als Friedhof, bzw. Friedwald ruht die Jagd dort.

Wenn man den Bereich des Friedwaldes verlässt, führt einem der Kuhkopfweg noch eine Weile weiter auf der 7, die 7 biegt dann aber wieder auf einen kleinen Pfad ab – wie ich das Liebe 🙂

Es ist ein wirklich toller Weg, scheinbar ist die Straße nach Rockenhausen aber nicht weit, der Straßenlärm ist zu hören.

img_2807

img_2815

img_2821

Am Ende des Weges geht es jetzt ein Stück ganz schön steil bergab. Der Weg ist hier eigentlich kaum noch zu sehen, ich denke es sind einfach zu viele Blätter gefallen, aber die 7 weißt uns unseren Weg. Die Beschilderung ist wirklich sehr gut.

img_2834

img_2835

Die Wutz hat jedem Menge zu beschnuppern, es scheint ein sehr interessantes Gelände dort zu sein…

img_2845

Aber auch für mich gibt’s was zu bewundern…

img_2859

und manches finden wir beide spannend…

img_2861

img_2865

Ich entscheide mich aber an dieser Stelle die 7 kurz zu verlassen. Wir gehen den Weg zunächst nicht zurück auf der 7, sondern machen noch einen Abstecher in die entgegen gesetzte Richtung. Hier führt einem der Wanderweg von dem breiten Weg auf einen immer schmaler werdenden Pfad mit tollen Bäumen am Wegesrand.

img_2867

img_2868

Wenn man am Ende des Pfades angekommen ist, führt ein breiter Weg linker Hand in den Wald, aber geht man geradeaus ist ein weiterer kleiner Pfad.

img_2871

Und dieser Abstecher führt uns zum Drosselfels.

img_2876

img_2881

img_2882

Wir beschließen hier auf der Bank am Drosselfels eine Pause zu machen. Die Bank ist geschützt und wir haben Proviant, der hier jetzt vertilgt werden will.

img_2884

Den Weg gehen wir anschließend einfach wieder zurück bis wir die 7 wieder treffen.

img_2899

img_2909

img_2911

Der Weg ist immer wieder von sehr imposanten Bäumen gesäumt.

img_2918

Es geht von dem recht breiten Weg wieder auf einen der kleineren, schmaleren Pfade.

img_2923

img_2928

Hier kreuzt die Nummer 5 unseren Weg. Wir machen noch mal einen Abstecher und folgen der 5 den Berg hoch zur Kanzel, der kleine Weg ist nicht zu übersehen und führt nach nur wenigen Metern zu einem Aussichtsplatz.

Hier setzen wir uns noch mal und genießen die Aussicht.

Zurück auf der 7 gehen wir meine absolute Lieblingspassage, natürlich einen winzigen Pfad, entlang. Dieser schlängelt sich, klein und fein, zurück auf die Hauptwege.


Hier finden wir am Wegrand besonders viele Waldameisenhaufen. Die Wutz darf hier keinen Abstecher vom Weg runter machen. Ich will nicht, dass die Ameisen gestört werden. Ich finde es schön, dass es hier so viele davon gibt (im Sommer empfiehlt es sich übrigens nicht hier mit Sandalen herumzulaufen ;).


Als wir aus dem kleinen Pfad heraustreten, biegen wir wieder nicht gleich auf den Wanderweg ab, sondern gehen noch mal ein Stück in die entgegengesetzte Richtung (auf der Nummer 6) denn hier geht’s „zur schönen Aussicht“. Die lassen wir uns jetzt auch nicht entgehen.

An der „schönen Aussicht“ stehen auch neue Bänke. Wir setzen uns jetzt aber nicht mehr hin, es ist kalt und zugig hier, ein Bild muss für heute reichen.

Den Weg gehen wir dann wieder zurück und nun führt uns die 7 auf den Hauptwegen des Schillerhain direkt und ohne weitere Abstecher zurück zum Parkplatz.


Fazit: egal bei welcher Jahreszeit, der Weg ist einfach toll. Laut Wanderkarte am Waldeseingang ist die 7 mit 10km der längste Rundweg hier. Mein GPS hat 11,5km auf dem Tacho und wir haben ja einige Umwege gemacht. Aber was solls, uns kommts ja nicht auf die Kilometer an 😉

Mikroabenteuer auf dem rheinhessischen Jakobsweg

Ich bin durch meinen Bänderriss im letzten Jahr und den daraus folgenden leichten Einschränkungen in den darauffolgenden Monaten viel zu wenig gelaufen. Die Folge davon sind Fernweh, Wandersehnsucht und Abenteuerlust. Meine Abwechslung – Wanderblogs lesen – haben gerade meine Abenteuerlust beflügelt… von Mikroabenteuern habe ich viel gehört…  und für jemanden bei dem das Fernweh zieht, hört sich das soooo gut an… ob ich auch mal soll….?

Die Wutz – die im Alltag gerne gegen 22 Uhr in die Heija gehen will… und damit ist mein weiches, kuscheliges Bett gemeint – weiß von all dem noch nichts… Mitspracherecht räume ich ihr in dieser Geschichte einfach keines ein 😉

Mikroabenteuer. Das Wort hat der britische Blogger und Abenteurer Alastair Humphreys geprägt, der sagt: „Abenteuer gibt’s direkt um die Ecke“ und zu einem Mikroabenteuer gehört eine Übernachtung außerhalb des heimischen Bettes… oder… überhaupt eines Bettes. Heißt das … zelten? Oweija… zelten habe ich als Kind einfach nur gehasst, wir mussten früher jedes Jahr mit meinen Eltern zelten… andererseits…

Im Oktober 2016 war es endlich soweit… meine Bänder sind wieder lauftrainiert, die Wutz und ich sind fit und wir wollen ein Mikroabenteuer. Ich jedenfalls. Die Wutz weiß immer noch von nichts 😉


Der Plan steht fest, es soll wieder der Pilgerweg werden und die Erforschung der rheinhessischen Klosterroute auf den Etappen Harxheim/Zellertal – Steinbach und Steinbach – Otterberg.

 

Kurzentschlossen wandern wir dieses Mal zu viert, zwei Menschen, zwei Hunde. Larissa hatte mir ein paar Tage vor meinem Start erzählt das sie Urlaub hat und abenteuerlustig ist 😉

Die Wutz geht voran.


Von Harxheim aus geht es erst mal durch schon abgeerntete Getreidefelder und bald abzuerntende Rübenfelder. In der letzten Woche war es noch sonnig und warm, aber jetzt hatte es geregnet, die Felder sind braun und alles ist schmutzgverwaschen.


Über die rheinhessischen Felder weht ein kalter Wind. Leider ist das auch der Grund, dass wir uns ans marschieren halten und uns nicht mit Fotos aufhalten. Entschuldigung an dieser Stelle…

Der Pilgerweg führt uns immerzu auf kleinen uns sehr feinen Pfaden entlang. Das ist für mich total reizvoll und ich fühle mich voll im Abenteuer 😀

In Göllheim angekommen suchen wir uns aber erst mal eine Pausenmöglichkeit. Gut, dass es am alten Markt eine Bäckerei und eine nette Verweilmöglichkeit gibt. 


Der Kaffee tut gut und belebt unsere wandermüden Beine wieder. So brechen wir bald auf und es geht weiter auf den kleinen verschlungenen Pfädchen. Zu meiner großen Freude treffen wir in Dreisen wieder auf die Pfrimm. Diesmal ist es aber leider zu kalt, um die Füße mal ins Wasser zu strecken…
Aber wir laufen zwischen Dreisen und Standenbühl einen so schönen verschlungenen Pfad am Bach entlang… am liebsten würde ich hier andauernd mein Mikroabenteuer verleben…

In Steinbach angekommen finden wir unseren Microabenteuerlagerplatz unterhalb der Hütte des Pfälzerwaldvereins. Wir sind froh langsam aus dem Wind rauszukommen und machen erst mal eine lange Pause und trinken einen Sekt. Den haben wir uns heute wirklich verdient.

An dieser Stelle verrate ich euch auch, dass wir nicht im Zelt schlafen, Schisser wie wir sind 😉 wir haben unsere Autos so hergerichtet, dass sich bequem eine Nacht darin verbringen lässt.

Abendessenszeit war ja schon längst. Steinbach hat eine Pizzeria, ein Bistro und eine Jugendherberge. Aber… heute ist der Tag nach dem 3. Oktober… alles hat Ruhetag. Wir müssen uns tatsächlich ins Auto schwingen und weiter herumfahren um uns was zu Essen zu organisieren.


Die Nacht ist viel viel besser als ich es mir vorgestellt hatte. Selbst die Wutz, die bis zum Schluss von nichts wusste, fand das alles – glaube ich – ein wirklich tolles Mikroabenteuer ist.


Unsere Belohnung, dass wir unser Mikroabenteuer auch durchgezogen haben, ist auf jeden Fall die verdammt schöne Aussicht auf die Pfalz im herbstlichen Sonnenaufgang…


Glücklicher Weise hat der Campingkocher noch Gas…  (Hatte ich erwähnt, dass wir in der gestrigen Nacht noch den ersten Glühwein für diesen Winter heiß gemacht hatten?) und so gab es schönen Kaffee und zur Stärkung Müsli.


Von Steinbach aus führt der Pilgerweg jetzt durch den Pfälzer Wald. Gestern hatten wir einen weiten Blick über die Felder und Weinberge. Unser Weg lag auf Wiesenpfaden. Heute laufen wir durch den Wald. Kleine Pfade gehen wir hier nicht, sondern laufen auf breiten Wanderwegen. Die Landschaft hat sich nach nur einem Tagesmarsch komplett verändert. Ich bin wahnsinnig fasziniert, wie anders alles aussieht…


Auch heute ist es kalt und windig. Letzte Woche sind wir noch in die kurzen Hosen gestiegen… wir haben uns noch nicht daran gewöhnt und so geht es wieder im ordentlichen Marschtempo voran.

Kurz vor Alsenbrück verlieren wir die Muschel und machen einen unbeabsichtigten Abstecher zum Wäschbacherhof. Es ist schön da, leider gibt’s nirgends ein Café – das könnten wir dringend brauchen 😉

Wir finden unseren Weg vor Lohnsfeld wieder. Hier soll der Pilgerweg an der Landstaße entlang gehen. An…? Eher- auf… naja wir kämpfen uns das Stück eben durch den Straßengraben…  wer auf den Pilgerweg wert legt, der wird in Lohnsfeld mit einer wirklich feinen, kleinen und sicher auch sehr alten Kirche belohnt. Die kleine protestantische Kirche ist wohl aus dem 16. Jh. Der heilige Jakobus ist ihr Schutzpatron und so ziert eine steinerne Jakobusfigur aus dem 18. Jh. den Kircheneingang. Sehenswert!!


Leider hat der schöne Teil des Pilgerweges hier ein jähes Ende und so rate ich eigentlich jedem – zumindest denen die mit Hund wandern – direkt nach Lohnsfeld den Pilgerweg zu verlassen und zum Schmitterhof und von dort auf schönen Wegen im Wald weiter zu wandern…

Denn… zwischen Lohnsfeld und Wartenberg- Rohrbach verläuft der Pilgerweg tatsächlich mitten auf der Landstraße. Und diese ist stark befahren! Erst nach einiger Zeit gibt es direkt neben der Landstraße einen (mit zerbrochenem Glas zugemüllten) Fahrradweg. Ich bin bedient und schimpfe wie ein Rohrspatz meinen Unmut heraus. Glücklicher Weise ist Larissa cooler und so schaffen wir es gut bis zur Tankstelle in Wartenberg-Rohrbach, wo wir uns erst mal mit Kaffee und Schokolade stärken.

In Wartenberg-Rohrbach müssen wir dann unerlaubter Weise mit den Hunden über den Friedhof flitzen. Es geht leider nicht anders…


Nachdem wir dieses kleine Horrorstück hinter uns gelassen haben ist es wieder schön. Ab geht’s weiter durch den Pfälzer Wald und wir fühlen uns wieder wohl!


Nach Otterberg ist es nun nicht mehr weit und wir sind viel zu schnell am Ende unserer Wanderung angekommen. Der Pilgerweg führt uns aus dem Wald heraus direkt an ein Gasthaus. Nichts könnte perfekter sein als hier zu sitzen und den Tag mit einem kühlen Bier ausklingen zu lassen. Selbst der Wettergott findet, dass wir es verdient haben, noch ein bisschen in der Sonne sitzen zu können 🙂


Fazit: Ich würde die Strecke etwas um planen und schon Lohnsfeld meiden, wenn ich noch mal diese Richtung gehe. Im Pfälzer Wald war ich nicht das letzte Mal und das nächste Mikroabenteuer ist schon in Planung!

auf dem rheinhessischen Jakobsweg

Wenn man in Rheinhessen wohnt und gern draussen ist, liegt nichts näher, als sich auch mal ein Teil des berühmtesten Pilgerpfades der Welt anzusehen.

Also starten wir unsere Tour eines schönen Ostertages am Dom zu St. Peter in Worms.

  20140421_110052Die Muschel begleitet heute unseren Weg

Da dieser ziemlich mittig in Worms liegt, laufen wir zunächst am Hauptbahnhof vorbei und treffen bald auf unseren Wegbegleiter, die Pfrimm.

Worms ist eine wunderschöne Stadt, aber heute haben wir kein Auge für die Sehenswürdigkeiten. Wir wollen runter vom Asphalt, raus aus der Stadt und so wird der Rucksack geschultert und wir schreiten voran.

Wir streifen jetzt Hochheim, einem Vorort von Worms und bleiben an der Pfrimm die die Vororte Pfiffligheim (früher – schon lange her… galtest du nicht mehr als fahrtauglich, wenn du den Namen nicht fehlerfrei in Hochdeutsch aussprechen konntest, was eigentlich schon nüchtern für einen Roihess ziemlich schwierig ist ^^) und Leiselheim trennt.

In Pfiffligheim machen wir Rast am Ochsenklavier. Die Wutz muss natürlich die Steinquader testen, die eine steinerne Leiter durch das Flussbett bilden, um mal nach den Enten zu sehen. Die wären doch ein netter Happen für eine hungrige Wanderwutz…

20140421_122311

Gehen wir die Tour mal wieder, würde ich hier starten. Die Pfrimm schlängelt sich ab hier durch eine schöne Wanderlandschaft. Es gibt einen Park und schöne, gepflegte Schrebergärten.

Und wer Stadt und Asphalt vermisst… wir kommen ja noch durch ganz Pfeddersheim.

Zum Verweilen läd uns keiner dieser Vororte ein. Zur Weinfestzeit empfinde ich das immer ganz anders, aber wahrscheinlich liegt es daran, dass wir einfach Natur wollen und so machen wir uns schnell davon.

Als wir auch Pferddersheim hinter uns haben, haben wir es geschafft. Jetzt haben wir den Wanderweg vor uns und kommen nur noch durch verträumte, kleine, rheinhessischen Dörfchen.

Entlang der Klosterroute des Pilgerweges von Worms Richtung Metz bleibt die Pfrimm als Wegbegleiter treu.

Uns erwarten kleine, sehr schöne Pfade am Fluß entlang.

20140421_124712

Das wir an der Pfrimm entlang wandern, ist heute unser Glück, denn es ist ein warmer, sonniger Tag und die Pfrimm läd uns immer wieder zu Pausen und zum planschen ein.

20140421_170205Müde, glücklich und mit den Füßen im Wasser

20140421_153105manchmal verwirrend 😉

Österliche Stimmung in den rheinhessischen Dörfern.

20140421_155325

Das nächste Dorf, durch das wir kommen ist Monsheim. Monsheim teilt die Bundesstraße und als wir diese überqueren (es gibt für müde Wanderer und andere Geher eine Ampel) finden wir uns auf einem Vogellehrpfad wieder. Dort in der Nähe ist auch ein Restaurant. Es sieht einladend aus, aber wir haben unseren Proviant dabei und wollen uns lieber den Vogellehrpfad ansehen, was ich wirklich nur empfehlen kann.

Ich geb ehrlich zu, viele Vögel habe ich nicht gesehen. Vermutlich habe ich kein Auge dafür. Aber der Pfad ist toll und merklich mit viel Liebe angelegt und gepflegt.

Das liebe ich, wenn es auf kleinen Pfaden entlang geht. Ich fühle mich dann wie ein Abenteurer. Die Wutz mag es auch, denn sie findet da einfach die spannenderen Schnüffelspuren.

Kurz nach dem Vogellehrpfad machen wir noch einmal eine schöne Rast in der Nähe eines alten Eisenbahnviadukts, das in der Landschaft scheinbar einfach vergessen wurde, aber sehr malerisch den Weg verziehrt.

Auf dem Weg bisher sind wir zwar der Muschel gefolgt, aber der Weg stimmt außerdem auch zum größten Teil mit dem Nibelungenweg und dem E8 überein. Das ist spannend und im Nachgang sagt mir Wikipedia, dass der E8 von Irland bis in die Türkei reichen soll… Fernweh regt sich immer bei mir, wenn ich sowas lese…

Nach unserer Pause geht es Richtung Wachenheim. Hier sieht man viele Mäusebussarde. Brütende Bussarde sollen wir nicht stören, mahnt uns ein Schild. Hier steht, dass sie sich zu wehren wissen. Wir wollen es nicht drauf ankommen lassen. Nicht, dass so ein Bussard meine Wutz so begehrlich begutachtet wie die Wutz vorhin die Enten…?

Wir bummeln trotzdem etwas und rasten noch mal, denn wir wissen, die Pfrimm hat uns lange genug den Weg geebnet. Wir werden gleich erfahren, was es heißt im rheinhessischen Hügelland zu sein.

Von Wachenheim aus geht es also bergauf. Jaja ich weiß schon. Rheinhessische Hügel sind keine Berge. Über die Baumgrenze kommen wir sicherlich nicht. Wir wandern jetzt durch die Weinberge. Bekannt, wir sind fast zu Hause 🙂

Kennt ihr das… wenns warm und anstrengend ist, dann schwebt so eine Fata Morgana von einem großen, eisgekühlten Dubbeglas mit Roséschorle von meinem Lieblingswinzer vor mich hin… Dazu brauchts bei mir gar keine Berge, rheinhessische Sonne und Hügel reichen…

Lange wandern wir nicht mehr, denn der Tag ist geneigt den Feierabend einzuläuten – und wir auch.

Wir verlassen nicht nur die Pfrimm sondern auch die Muschel und biegen ab zum zellertaler Ehrenmal. Der Ausblick von dort ist der Wahnsinn, denn man kann das ganze Zellertal überblicken. Da das Kriegerdenkmal direkt neben der Landstraße entlang geht, gibt es eine Parkmöglichkeit und auch einen schönen, gepflegten Rastplatz. Dort verdrücken wir den Rest unseres Proviantes, während wir darauf warten wieder eingesammelt zu werden.

20140421_175354

Fazit: die Tour ist für einen echten Wanderfreak sicher ein Klacks. Für uns wars genau richtig um eine angenehme, aber anstrengende Tagestour hinter uns zu bringen. Wir hatten einen sehr schönen Tag, vor allem an der Pfrimm und wir würden diese Strecke jederzeit einmal wieder unter die Stiefel und Pfoten nehmen. Pfoten und Füße haben gequalmt und mit 23 Kilometern ist es unser längster Tagestrail bisher.

Die Reststrecke der Klosterroute steht auf der „Gehliste“… wir bleiben dran und hoffen auf weitere tolle Abenteuer!

 

wandern… spazieren… wanzieren…

Braucht die Netzgemeinde einen weiteren Blog übers wandern und spazieren gehen mit Hund, frage ich mich seit einer Weile…

img_1327

und ich meine: Natürlich 😉 ja klar und auf jeden Fall! Ich freue mich immer andere Blogger über ihre Erlebnisberichte ein kleines Stück auf ihrem Weg begleiten zu können, vor allem wenn sie mit ihren Hunden unterwegs sind. Vor allem viele Weitwanderseiten und Gipfelstürmer gibt es ja. Sicher würde uns sowas auch mal Spaß machen, aber wir sind jetzt nicht so die Weitwanderer und Bergsteiger sind wir erst recht nicht. So nur Spaziergänger sind wir aber auch nicht… sind wir „Wanzierer“ ? Vielleicht finden wir das ja im Laufe der Zeit noch raus 😉

P.S. das Foto zeigt die Wutz auf dem Soonwaldsteig. Das war unsere einzige ganz echte Wanderung bisher. Wir waren FÜNF Tage mit dem Rucksack wandern und haben in kleinen Pensionen übernachtet.

DAS WAR EIN ECHTES ABENTEUER 😀

cropped-IMG_1311.jpg