Der Donnersberg, oder die schönsten Abenteuer beginnen manchmal mit dem Satz „oh! Lass uns doch diesen schönen Weg hier gehen!“

Zwei Tage Jakobsweg liegen hinter uns. Aber die Urlaubswoche hat ja noch ein paar Tage… für Larissa, ihren Smokey und mich ist klar… die Stiefel werden noch mal geschnürt (für die Wutz war das sowieso nie eine Frage 😉 ).


Wir sind zwar Hügelländer, haben uns im Pfälzer Wald aber so wohl gefühlt, dass wir unbedingt noch mal eine Tour im Wald machen wollen.
Auf geht’s zum höchsten Berg der Pfalz – dem Donnersberg.

Larissa verlässt sich ganz auf mich und ich bin ja in der näheren Umgebung eigentlich immer der Meinung, dass man sich nicht wirklich verlaufen kann. Vor allem, weil es auf dem Donnersberg sehr viele Wanderwege gibt, die ja alle irgendwie wieder nach Dannenfels führen.

Das ist auch so… manchmal läuft man halt nur ein Stück (länger).


Wir parken gegenüber am Gasthaus Wildenstein. Wenn man von Dannenfels Richtung Jakobsweiler fährt kommt man dort direkt vorbei – ich würde in dem Gasthaus wirklich gern mal essen, leider ist es immer geschlossen wenn ich vorbeikomme…

Wir überqueren die Straße und sind dann schon direkt im Wald auf einem der Wanderwege. Teilweise wurden die Wege recht neu angelegt und auch der Waltarifels, der lange unter dichtem Gebüsch gut versteckt war, wurde freigelegt und ist unser erstes Ziel.


Der Waltarifels ist ein kleines Abenteuer und so verweilen wir etwas um die Atmosphäre zu genießen. Es gefällt uns so gut, dass wir von unserem ursprünglichen Plan abweichen und den kleinen Abenteuerpfad am Fels entlang weitergehen, statt wie geplant im Wildensteiner Tal zu bleiben. So steigen wir recht zügig den Donnersberg hinauf und wandern zum Köhnigsstuhl – zum höchsten Punkt auf dem Donnersberg.


Da es geregnet hat und der Felsen glitschig ist, steigen wir diesmal nicht hinauf zum Aussichtspunkt. Smokey, der Kletterhund, lässt sich die Aussicht allerdings nicht entgehen.

Vom Königsstuhl aus ist es ein kleiner Weg zum Ludwigsturm. Der Ludwigsturm bietet, steigt man hinauf, eine fantastische Rundumsicht. Wir verschieben das Treppensteigen auf einen sonnigeren Tag. Die Wutz hat sowieso grade etwas ganz anderes in der Nase 😉


Wir haben großes Glück! Das Kiosk, das direkt neben dem Ludwigsturm steht ist normalerweise nur am Wochenende geöffnet. Da es heute eine Sonderveranstaltung gab, bekommen wir leckeren Kuchen und einen Kaffee, während Klängen einer keltischen Rockband mit den aufziehenden Nebelschwaden durch den Wald um den Donnersberg ziehen. Wir haben die Klänge noch eine Weile im Ohr, als wir am Keltenwall vorbei, wieder in den Wald ziehen.

„Oh! Lass und diesen schönen Weg da gehen!“ rufe ich Larissa zu. Zwar laufe ich nicht das erste Mal um den Donnersberg, aber dieser kleine Zwergenpfad unterhalb des Ludwigsturms ist mir noch nicht aufgefallen. Larissa verlässt sich auf mich, die Wutz hat eh irgend eine Witterung von dem Weg in der Nase und Smokey findet das sowieso alles spannend… wir gehen den Zwergenweg also entlang…


Als wir noch Kinder waren und mit meinen Eltern wandern mussten, da hat meine Mum immer versucht uns das marschieren mit Geschichten schmackhaft zu machen. Wenn wir solche Pfade entlang liefen, dann erzählte sie uns immer eine Zwergengeschichte. Daher sind diese kleinen Abenteuerpfade auch heute noch die „Zwergenwege“.

Der Zwergenweg ist wirklich ein toller Weg. Wir gehen im Prinzip auf einem kleinen Pfad mitten durch den Wald. Bald kommen wir auf eine kleine Lichtung, auf der Gras und Moos so dicht wächst, das ich am liebsten mal probeliegen würde. Wäre es nur nicht nass… schade.

Larissa fragt mich hier ob ich noch weiß wo wir sind. Ja wo wir sind weiß ich, nur wo wir rauskommen nicht. Aber es ist so ein netter Weg und so sag ich nichts und schick die Wutz wieder voran auf den Trail.

Wenn ich im Nachhinein einen Blick auf die Wanderkarte werfe, dann sind wir irgendwo über den „grauen Turm“ gegangen. Jedenfalls treffen wir auf dem Hühnerberg auf den Pfälzer Höhenweg. Mittlerweile ist es tatsächlich schon nach 15 Uhr. Ich kann gar nicht sagen, wo die Zeit geblieben ist… wir sind um 11:30 Uhr gestartet und haben uns nirgends lange aufgehalten. Wir sind noch vom Sommer gewöhnt, dass es lange hell ist, aber da es Herbst ist, sputen wir uns jetzt langsam mal zum Auto. Aus diesem Grund kann ich Larissa auch überreden noch einmal eine Abkürzung zu nehmen, auch wenn das heißt den Pfälzer Höhenweg, der uns direkt zu unserem Auto führen würde, noch einmal zu verlassen. Wir schaffen das auch ohne Wegmarkierungen 😉

Wir marschieren jetzt durchs Spendeltal. Hier ist der Wanderweg ebenfalls erneuert und da wir gut zu Fuß und Pfot sind, kommen wir wieder zügig voran. Am Wegesrand liegen überall gefällte Bäume und Smokey hat so einen Spaß darauf herumzuklettern, dass wir uns tatsächlich überlegen ob er wohl ein eher ein Kletterhund als ein Herdenhund ist 😉

Gerade rechtzeitig finden wir den Waltarifels und den darunter liegenden Rastplatz wieder. Da unser Auto jetzt fast in Sichtweite steht, machen wir hier noch mal eine Pause. Die Hunde – die Wutz, die sonst in Pausen einer Wildspur nachschnuppert und Smokey, der nach Kletterpassagen Ausschau hält – sind tatsächlich auch müde und kringeln sich direkt in einem Laubhaufen zusammen auch eine „richtige“ Pause zu machen. Wir haben es geschafft, die Wuffies sind müder als wir !!

Fazit: wir müssen gute fünfeinhalb Stunden unterwegs sein, damit die Hunde müde werden. Das nächste Mal nehmen wir vielleicht eine Karte mit und ich werde es vermutlich demnächst schwer haben, wenn ich mal wieder einen Weg finde den ich gehen will nur weil er so toll aussieht 😉

Nachtrag: Mittlerweile war ich noch mal im Wildensteiler Tal, das war ein Trail… ich wurde von Hornissen verfolgt! Aber davon ein anderes Mal. Jedenfalls hatte der Gasthof dieses Mal geöffnet und man wird mit Hund sehr freundlich empfangen, das Essen schmeckt und heiße Schokolade mit Sahne für Hornissenverfolgte gibt es auch 😉